Abydos/Umm el-Qaab: Osiriskult (2009) morein: Deutsches Archäologisches Institut - Rundbrief Januar 2010, 20-21 (A. Effland & U. Effland & J. Budka) |
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Egyptology and Abydos
DEUTSCHES ARCHAOLOGISCHES INSTITUT
ABTEILUNG KAIRO
Januar2010
RUNDBRIEF
1. Grabungen und Unternehmungen der Abteilung
Elephantine......................................................................................................1
Assuan: Islamische Nekropole................................................................................4
Assuan: Bohrsurvey in Gharb-Assuan.......................................................................5
Assuan: Felsinschriften von Shellal und Bigga..............................................................6
Theben-West: Dra' Abu el-Naga - Nekropole..............................................................8
Theben-West: Dra' Abu el-Naga - Spatantike Klosteranlage Deir el-Bachit...........................12
Theben-West: Kom el-Hettan - Totentempel Amenophis' III...........................................14
Abydos/Umm el-Qaab: Fruhdynastische Konigsgraber...................................................17
Abydos/Umm el-Qaab: Osiriskult............................................................................ 20
Te^el-Fara'in/Buto.............................................................................................28
Siwa...............................................................................................................30
Kupferversorgung im pradynastischen Agypten............................................................33
Altagyptische Architekturmodelle............................................................................33
Geschichte der Abteilung Kairo..............................................................................35
2. Veroffentlichungen der Abteilung........................................................................35
3. Publikationen,Vortrage und Lehrveranstaltungen von Mitarbeitern der Abteilung.................36
4. Weitere Mitteilungen.......................................................................................38
5. Agyptische Altertumerverwaltung und Museen.........................................................41
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Abydos/Umm el-Qaab: Osiriskult
H IS
Ein Schwerpunkt der im Rahmen des DAI-Forschungsclusters 4 „Heiligtumer und Rituale" im
Friihjahr 2009 fortgefiihrten Arbeiten lag in der Funddokumentation und -bearbeitung. Hierzu zahlt
insbesondere die systematische Durchsicht der wahrend der Grabung am Grab des Djer/Osirisgrab
gelagerten Keramikberge. Insge-
samt wurden 40 573 diagnostische
Scherben und vollstandige GefaBe
statistisch erfasst und eine Aus-
wahl zeichnerisch dokumentiert.
Auf dieser Basis kann nun das
Spektrum der Waren und Formen,
vor allem hinsichtlich ihrer
Haufigkeit und der Verhaltnisse
untereinander, verlasslich rekon-
struiert werden. Als erster Ein-
druck scheint die bislang ange-
nommene Dominanz der soge-
nannten „Spatzeitflaschen" iiber-
denkenswert zu sein - teilweise
wird das Repertoire von Biertopfen
und -flaschen des spaten Neuen
Reiches und vor allem der Dritten
Zwischenzeit dominiert. Zusam-
menfassend deutet sich immer
mehr an, dass ein GroBteil des
Materials bereits aus der Libyerzeit
vor der 25. Dynastie stammt. Zu-
dem ist die 19. Dynastie besonders
prominent vertreten, doch konnten auch zahlreiche bislang unbekannte Formen des Mittleren Reiches
dokumentiert werden, die teilweise gute Parallelen im Material aus dem Tempelkomplex Sesostris' III.
in Abydos-Siid finden.
Wahrend der Bearbeitung der beschrifteten Keramik des Neuen Reiches und der Dritten
Zwischenzeit (Abb. 28) konnten erneut etliche Anpassstiicke zu Fragmenten aus den alten Grabungen
Amelineaus und Perries identifiziert werden, die sich heute in verschiedenen Sammlungen und
Museen, besonders in Paris, Chateaudun,
Chiddingston und London befinden.
Abb. 28: Beschriftete Votivkeramik mit der Nennung der Priester
Wenennefer und Sauipaanch
Unter den zahlreichen Kleinfunden
befindet sich auch ein sogenanntes „Osiris-
beet", ein aus Lehm bestehender GefaB-
inhalt mit Abdrucken von Getreidekornern
(Abb. 29). Weiterhin konnte ein
Schulterfragment identifiziert werden, das
zu einer ungebrannten Lehm-Osirisfigur
gehort. Mehrere ahnliche Figuren waren
bereits friiher von Edouard Naville am Ende
eines auf das Osirisgrab zufuhrenden Pro-
zessionsweges gefunden worden.
Mehrere charakteristische Kalkstein-
blocke, insbesondere einige Eckakrotere
konnten als verbliebene Fragmente eines
hellenistischen Horneraltars identifiziert
werden, der urspriinglich im naheren
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Abb. 29: „Osirisbeet" mit Abdrucken von Getreide-
kornern
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Umfeld des Osirisgrabes platziert gewesen ist (Abb. 30).
Noch nicht abgeschlossen ist die Rekonstruktion des groBen Schreines, der vermutlich erst in der
Spatantike mutwillig in zahllose kleine und kleinste Fragmente zerschlagen worden ist. Besondere
Bedeutung erhalt dieser Schrein,
da in ihm offensichtlich einst das
bereits von Amelineau entdeckte
Osirisbett, die Kultstatue, gestan-
den hat.
Dass sich in hellenistischer
und romischer Zeit im Bereich des
Tempels Sethos L ein Orakel be-
funden hat, ist seit langerer Zeit
bekannt. Mehrere Neufunde, ins-
besondere Ostraka und Graffiti aus
dem nahen Umfeld des Osiris-
grabes weisen nun darauf hin, dass
auch dieses Areal in den bis in die
Spatantike andauernden Kultablauf
integriert gewesen ist.
Teilnehmer an der Kampagne waren
U. Effland, J. Budka, A. Effland, S.
Miiller, J.D. Preisigke, A. Rost und J.
Abb. 30: Eckakroterion eines hellenistischen „H6rneraltares" Vieth
A.E.
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