Ein Bronze-Uschebti des Necht-her-chepeschef more

in: Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg, Neue Folge Band 30, 2000 (2001), 230-243 (A. & U. Effland)

itteilungen aus dem Neue Folge useum fur Volkerkunde Band 30 amburg 2000 Alt-Agypten £^ Alt-Agypten Band 30 - 2000 Ein Bronze-Uschebti des Necht-her-chepeschef Ute Effland und Andreas Effland Unter der Bezeichnung Uschebti, oder einfach Totenfigur, sind Statuetten zu verstehen, die meist mumienformig gebildet sind und seit dem Mittleren Reich dem Verstorbenen als Grabbeigabe mitgegeben wurden. Die Agypter bezeichneten sie als Schabti/Schabtiu {BbijIBbtjw), Schawabti (ttwibtj) und schlieBlich Uschebti (w$btj).1 Wahrend der Tote zunachst nur uber wenige Figuren verfugt, werden es im Laufe des Neuen Reiches immer mehr; im "Idealfalle" besteht die Ausstattung mindestens aus einem Uschebti fur jeden Tag, zu denen noch Aufseher hinzutreten kdnnen, die uber die Ausfuhrung der den Totenfiguren ubertragenen Pflichten wachen. Das Anwachsen der Anzahl hat dazu gefuhrt, da6 Uschebtis mit zu den haufigsten altagypt'schen Denkmalern gehoren und heutzutage in nahezu jeder agyptischen Sammlung anzutreffen sind. Zur Herstellung von Uschebtis verwandte Materialien sind hauptsachlich Fayence, Holz, verschiedene Steinsorten, unglasierter Ton, Nilschlamm sowie seltener Elfenbein, Wachs und Glas.2 Auch Bronze gilt als im Vergleich sehr selten benutztes Material fur Uschebtis.3 Ein solch seltenes Exemplar gilt es im folgenden vorzu- stellen. Unter der Inventarnummer 33.39:25 beherbergt das Museum fur Volkerkunde in Hamburg in seiner a'tagyptischen Sammlung einen bronzenen Uschebti, dessen hieroglyphische Inschrift als Besitzer Necht-her-chepeschef nennt. Die zugehorige Karteikarte im Museum beschreibt ihn wie folgt: » Cf. Sehlogi, in: LA VI, 896, s. v. "Uschebti". 2 Cf. z. B. Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren, 23. 3 Cf. Schneider, Shabtis I, 238; Clayton, Shawabtis, 167; Schlogl/Brodbeck, Toten- figuren, 23; Stewart, Egyptian Shabtis, 44. 230 Alt-Agypten Band 30 - 2000 -par Uschebti tragt die Parucke der Lebenden and 1st in der fur ihr charakteristischen Mumienhaltung dargestellt. Das Stuck ist voIkXJ und gut.erhaften, so daB die Augen, die Nase, die Li^n" die Hadce und der Kerb deutlich zu erkennen sind. Herkonft Alt Agypten, 22. Dyn. Die MaBe werden mit 7,7 cm und 2 9 r! angegeben. crT Xuf Dokumentation gehort auf der Ruckseite der Karteikarte eine Zeich- nung des Objektes mit - zu den Daten der Vorderseite - diverqierenden MaBangaben: Hohe 9 cm; groBte Breite an Ellenbogen: 4,5 cm." Jn der Literatur ist dieser Hamburger Uschebti zweimal erwahnt , "33.39:25 Uschebti, Bronze, H 7,7 cm, Spatzeit 1,4 . Die erwShnte Zeichnung auf der Karteikarte 'ist pubfiziert bei Altenmuller, Grab und Totenre.ch, 64, Abb. 12 d, mit dem kurzen Kommentar: "Bronze, 22. Dynastie'*.5 Eine erneute genaue Vermessung des Stuckes sowie die Durchsicht noch vorhandener Korrespondenz in den Akten hJ! m I erbrachte folgende Ergebnisse: t6n dcS Museums6 HeFkanfi: Grafin von Schlieffen; das Erhaltungszustand: Die Figur ist voilstandig erhalten. An der links Schulter (Vorderseite), in Teilen der Inschrift und auf der Ruckseite unte i r perucke und den Armen ist grunliche Patina zu sehen. Material Ma(3e: Hohe: 7,6 cm Breite: 2,8 cm Tiefe: 1,6 cm Gewicht: 64 g 231 Alt-Agypten Band 30-2000 Bemalung: Ein Hieroglyphenzeichen (c^n) sowie die linke Text- begrenzungslinie haben deutlich Reste eines weiBen Materials bewahrt. Die Inschrift war evtl. mit einer weiBlichen Paste eingelegt7. Rote Farbspuren sind ruckseitig im rechten unteren Teil des Saat- taschchens sowie - ebenfalls ruckseitig - unter dem rechten Arm im Bereich der Achselhohle zu erkennen8. Beschreibung: Die Statuette ist mit ungegliedertem Korper, mumien- formig, dargestellt. Die massive Bronzefigur ist aus einem Stuck gegossen. Eine stark unregelmaBige Oberflache unter den FuBen laBt darauf schlieBen, daB sich dort vermutlich das EinguBloch der Form befand, und die Oberflachenstruktur nach dem Entfernen der Grate einfach uneben belassen wurde. Da sich an vergleichbaren Bronze- Uschebtis in diesem Bereich Zapfcn zur Halterung an einer Bodenplatte befinden9, konnte es sein, daB diese Zapfen entstanden, indem die EinguBoffnung lediglich etwas verlangert und ebenfalls mit Bronze aufgefullt wurde, was - im Vergleich zu den ubrigen Bereichen der Figur - diese Stelle als EinguB als am wahrscheinlichsten ausweist. Inschrift: Auf der Vorderseite verlauft etwa von der Hohe des Bauch- nabels bis zur Hohe der FuBknochel ein eingraviertes Inschriftenband, das durch zwei Linien eingefasst wird (s.u.). Die Totenfigur halt als Arbeitsgerate links einen spitz zulaufenden Handpflug und rechts einen Handpflug mit b re iter Schar in den Handen. Von der rechten Hand fuhrt ferner eine Schnur auf die rechte Schulter zu. Die Schnur tritt am Rucken wiederum auf, sie halt das mit einem bugelartigen Griff versehene Saattaschchen. Es befinden sich keine weiteren Attribute auf dem Rucken. Die Figur ist von kunstlerisch guter Qualitat und sehr fein und detai!- 7 Auf Uschebtis des Neuen Reiches (Holz, Stein) sind die Hieroglyphen gelegentlich mit farbigen Materialien eingelegt gewesen, cf, Schneider, Shabtis, I, 238, Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren, 73 f., Nr. 22. 8 Audi Stein-Uschebtis (z. B. Kalkstein, Sandstein, agypt. Alabaster) sind gelegent- lich bemalt gewesen; die Farbe Rot wurde gerne fiir die Haut mannlicher Personen gewahlt, cf. Sehneider, Shabtis I, 238 f. 9 Man beachte z. B einige Bronze-Uschebtis Psusennes I., cf. Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren, 209, Nr. 130 b; Schneider, Shabtis II, 151. 232 Alt-Agypten Band 30 - 2000 reich gearbeitet. Arme und Hande sind plastisch hervorgehoben je- doch nicht durchbrochen gearbeitet, so daB sie fliigelartig zu denSei- tan abstehen. Die rechte Hand liegt uber der linken vor der Brust Die Hande sind zu Fausten geballt, der rechte Daumen abgesetzt. An den Handgelenken sind jeweils zwei Armreifen graviert. Auf der Riickseite sind die Korperfomen angedeutet, der Oberkorper erscheint extrem diinn. Dies ist typisch fur den HerstellungsprozeB der Wachsfigur10- Wenn der Kunstler erst aus einer langlichen Rolle grob die Konturen des Korpers formt, und erst danach aus dem Bereich des Torso die Ar- me herausmodelliert, verandern sich die bislang so stimmig wirkenden Konturen, es bleibt zu wenig Wachs fur den Oberkorper ubrig. Dieser wird dann aus dem verbleibenden Wachs angedeutet, wirkt aber zu sehmal gegenuber den eher stammig wirkenden breiten Konturen des Beinbereiches. Das GesaB ist als Welle angedeutet und liegt recht tief. Die Figur tragt eine ungewohnliche Perucke. Sie ist deutlich vom Ge- sicht abgesetzt, die Enden fallen vorne zu beiden Seiten auf den Hals^ kragen. An den Enden ist diagonal eine Abstufung in drei Schritten durch zwei Querstriche angedeutet. Uber der Stirn sind Ponyfransen durch vertikale Striche angedeutet. Hinten schlieBt die Perucke fast gerade ab. Das Gesicht ist sehr fein, uber den herausgearbeiteten Augen befinden sich von der Nasenwurzel ausgehende, ebenfalls positiv gearbeitete Augenbrauen, deren Wulstigkeit durch direkt daruber angebrachte negativ gravierte Striche noch betont wird. Die Lippen sind zweigeteilt und plastisch hervorgehoben, sie enden in einer Art Grubchen. Am Kinn befindet sich ein kurzer, rundlicher, nicht weiter gegliederter Bart. Durch vier Querlinien und drei Reihen vertikaler kurzer Striche ist der Halskragen angedeutet; der oberste Querstrich konnte auch das Ende der Mumienwicklung am Hals angeben. Bei feinen Kratzern, die diagonal und horizontal auf den "Armflugeln" entlanglaufen, diirfte es sich urn Bearbeitungsspuren handeln, die vermutlich beim Glatten und Entfernen feiner Grate nach der Gravur entstanden (Polieren). 10 Die Statuetten wurden zumeist im Wachsausschmelzverfahren (cire-perdue- Verfahren) hergestellt, wobei uber die aus Wachs modellierte Grundform eine Lehrnhulfe gelegt, anschlieBend das Wachs ausgeschmolzen und der so entstandene Hohlraum mit der flussigen Bronzelegierung ausgefullt wird. 233 Alt-Agypten Band 30-2000 Die Arme sind relativ dunn im Gegensatz zu der kompakt wirkenden, ungegliederten Beinpartie. An den FuBen, unter der Inschrift, wurde durch zwei breite Einkerbungen die Zweiteilung des FuBbereiches angedeutet. Uber die gesamte Inschriftenzeile verlaufen ebenfalls diagonale, sehr feine Kratzspuren. Die Gravur wirkt etwas eckig und fand nach dem GuB statt. Es ist kein Basisblock als Standflache vorhanden. Wie erwahnt, gelten bronzene Uschebtis ais selten. Im folgenden sind uns derzeit bekannte Beispiele aus dem koniglichen und dem privaten Bereich zusammengestellt: A) Konigliche Bronze-Uschebtis - Ramses II., Staatliches Agyptisches Museum, Berlin, Inv. Nr. 2502, 19. Dynastie" - Ramses III., insgesamt 5 Exemplare, 20. Dynastie'2 -• Psusennes I., aus Tanis, 21. Dynastie13 " Cf. Clayton, Shawabtis, 167 ff. 12 Louvre, Paris, 71 und 72 (Inv. Nr. 656); British Museum, London, Inv. Nr. 33938; Museo Egizio, Turin, Inv. Nr. 2507; Gulbenkian Museum of Oriental Art, University of Durham, Inv. Nr. 1832. Cf. Clayton, Shawabtis, 171 ff. 1J Psusennes I. besaB mehr als 1.000 Uschebtis aus Fayence und Bronze, cf. Henri Stierlin und Christiane Ziegler, Tanis. Vergessene Schatze der Pharaonen, Munchen 1987, 188 f. - Nach der Entdeckung des Grabes Psusennes I. 1939 in Tanis durch Pierre Montet wurden die als bcsonders kostbar erachteten Objekte wie die Gold- masken ins Museum nach Kairo gebracht. Die zahlreichen Uschebtis verblieben im lokalen Magazin in Tanis. Im Fruhjahr 1943, als die franzosische Expedition ihre Gra- bungstatigkeit unterbrochen hatte, wurden diese Magazine beraubt. Uber den Um- weg des Kunsthandels sind besonders die Uschebtis heute auf viele verschiedene offentliche und private Sammlungen verteilt, cf. Clayton, Shawabtis, 172 f.; Schnei- der, Shabtis II, 151 f.; Pierre Montet, La Necropole royale de Tanis. Fouilles de Tanis II. Les constructions et le tombeau de Psousennes a Tanis, Paris 1951, 94, Taf. 63; Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren, 208; eine Liste der Uschebtis findet sich bei Schlogl/Sguaitamatti, Arbeiter des Jenseits, 48 f., n. 60. - Die genaue Anzahl der bronzenen Uschebtis ist von den Ausgrabern in ihrer Publikation leider nicht ver- merkt worden, Clayton (Shawabtis, 173, n. 2) hatte insgesamt 241 Exemplare gezahlt. 234 Alt-Agypten Band 30- 2000 Alt-Agypten Band 30 - 2000 B) Bronze-Uschebtis von Privatpersonen15 - Hes-mer-ef, Gulbenkian Stiftung, Lissabon, spate 18. Dynastie16 - Amun-mese, Agyptisches Museum, Kairo, CGC 48409, 18. Dynastie17 - Hor, Agyptisches Museum, Kairo, CGC 48408, 18. Dynastie" - Ant, British Museum, London, Inv. Nr. 32692, 18. Dynastie19 - Necht-min, Metropolitan Museum of Art, New York, Inv. Nr. 26.7.843, AmarnazeiP oder 18./19. Dynastie21 - Taui, Walters Art Gallery, Baltimore, Inv. Nr. 54.495" - Wen-djebau-en-djed, a us Tanis, 21. Dynastie23 - Mutnodjmet, Konigsgemahlin Psusennes I., aus Tanis, 21. Dyn.w - unbekannt, Museo Gregoriano Egizio, Vatikan, Inv. Nr. 19356 (nicht aus Bronze, sondern aus Blei), Spatzeit25 - unbekannt, Museo Egiziano di Bologna, Inv. Nr. 2349, keine Datierung26 15 Zu zwei weiterer. bronzenen Uschebtis aus der 19. Dynastie cf G. Botti, in: Aegyptus 30, 1950, 115 f. (Rez. zu der mir bis RedaktionsschluR nicht zuganglichen Publication von Claudia Dotzani, Bronzetti egiziani del Civico Museo die Storia ed Arte die Trieste, Annali Triestini 19, 1949, 3 ff.). 16 Cf. Schjogl/Brodbeck, Totenfiguren, 83, Abb, 20. 17 Percy E. Newberry, Catalogue General des antiquites egyptiennes du Musee du Caire. Funerary Statuettes and Model Sarcophagi, Kairo 1957, 347. 18 Newberry, op. cit., 346 f. " Cf. Randall Maciver und Mace, El Amrah and Abydos, 1902, 86, 96, PH. 39 und 41:7; Clayton, Shawabtis, 167, n. 1. 20 Nach Schneider, Shabtis I, 256, n. 59. 21 Nach Clayton, Shawabtis, 167, n. 1; Vassilika, Bronze Sculpture, 293. Cf. auch Roeder, Agyptische Bronzefiguren, Berlin 1956, 311, § 391 d. 22 Cf. Steindorff, Catalogue of the Egyptian Sculpture. Walters Art Gallery Baltimore, 1946, no. 727. B Zu den zahlreichen Fayence- und Bronze-Uschebtis dieses Generals und hohen Wurdentragers, die 1939 im Vorraum des Grabes Psusennes I. in Tanis entdeckt wurden und die wohl beste handwerkliche Qualitat unter den Bronze-Uschebtis aus Tanis aufweisen (so Stierlin/Ziegler, op. cit. 189} cf. Montet, op. cit., 54 f. und 70; Jacques-F. Aubert und Liliane Aubert, Statuettes egyptiennes, Chaouabtis, Ouchebtis, Paris 1974, 152 - 156; Schneider, Shabtis II, 152 ff.; Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren, 210. 24 Ausstellungskatalog: Tanis. L'or des pharaons, Paris 1987, 130, Nr. 14; Jean-Luc Chappaz, Les figurines funeraires egyptiennes du Musee d'Art et d'Histoire et de quelques collections privees, Aegyptiaca Helvetica TO, 1982, Genf 1984, 41; G. T. Martin, On Some Shabtis of Mutnodjmet, Wife of Psusennes I., in: BSEG 7, 1982, 73 ff. 75 Jean Claude Grenier, Les statuettes funeraires du Museo Gregoriano Egizio, Vatikanstadt 1996, 35, Nr. 57. 236 Alt-Agypten Band 30 - 2000 - Ra-her, Museo Archeologico di Asti, Inv. Nr. 21; Ende Spatzeit (?)» - Wah-ih-re, Musee Roiin, Autun, ptolemaisch-romischM - Tutu, Rijksmuseum van Oudheden, Leiden H II 3 (Schneider- 5 7 11} Ein von Roeder30 angefuhrter Bronze-Uschebti aus Kassel (Bieber 251) gift als Falschung-11. Inschrift des Uschebtis MVK 33 39-25- Die Inschrift ist in kursiven Hieroglyphen eingeritzt worden. l9 C2ZQ VKif/r £dm-ct Nht-hr-hpff "Der Osiris, der Diener" Necht-her-chepeschef'.'' 3* Cl Giovanni Kminek-Szedlo, Cataloao di antfrh;^ c~^~~~77" ~~~- Bologn.. Turin 1895, Neudruck Wiesbaden 198 284 Nr ^ oTu ^° dl der Sammlung der Universitat von Bologna ist 2 Vm T I j • U$chebtl aus ^tzrffarbarevertikalehieroglyphischetiXIft hoch Und tragt eine ^ -Enrichetta Leospo, Museo Archeologico di Art. La coliezione Egizia, Turin 1986, » La Ville d'Autun (Hg.), Les collections eavotiennp.; A*™ u~ Loire, Autun 1988, 138; Nr. 78. Wynnes dans les musees de Saone-et- 29 Qf. Schneider, Shabtis II, 223. so Boeder, Bronzefiguren, 311. Siehe Antje Krug, Agyptische Kleinkunst. Staatliche Kun^e^.i Kassel 1971, 35. amcne Kunstsammlungen Kassel, 237 Alt-Agypten Band 30 - 2000 a) Zum Titel $dm-c$, "Diener {'der auf den Ruf hort')", cf. allgemein Wb I, 227; Wb IV~ 389, 13. Der Titel idm-cS ist verhaltnismMBig haufig und taucht auf zahlreichen beschrifteten Objekten wie Stelen oder an Grabwanden auf, Einige Beispiele fur Uschebtis mnit diesem Titel sind: A) 4dm-c$ nlm £t-m¥t • Archaeological Museum of the Academy of Sciences of Ukraine, Odessa, Inv. Nr. 52909, Herkunft: vermutl. Deir el-Medina; siehe: Oleg Berlev und Svetlana Hodjash, Catalogue of the Monuments of Ancient Egypt from the Museums of the Russian Federation, Ukraine, Bielorussia, Caucasus, Middle Asia and the Baltic States, OBO SA 17, 1998, 85 (VIIA: 17) • Wien, Kunsthistorisches Museum AS 6614; als ein Beispiel fur die Uschebti des Sennedjem, Herkunft; Deir el-Medina; siehe Elfriede Reiser-Haslauer, Uschebti I, CAA, Wien, Lieferung 5, 1990, 5, 97 • Museo Gregoriano Egizio Inv. Nr. 19185, 55143; 55146, 55150, 55154, 55378-81, 55391, 55392; Uschebti des Amunemipet, Her- kunft: Deir el-Medina; siehe Jean Claude Grenier, Les statuettes fu- neraires du Museo Gregoriano Egizio, Vatikanstadt 1996, 40, Nr. 65 • Louvre, Paris, E 27148, Uschebti des Chabechenet; Herkunft: Deir el- Medina; siehe J.-L. Bovot, in: Proceedings of the Seventh Inter- national Congress of Egyptologists, OLA 82, 1998, 205 und 20732 B) ie?m-fi • Zurich, Archaologische Sammlung der Universitat, Inv. Nr. L 243, Hes-mer-ef, Herkunft unbekannt; siehe Schlogl/Brodbeck, Toten- figuren, 83, Abb. 20". • Leiden, Rijksmuseum van Oudheden, CL 21 (Schneider: 3.1.1.3); Uschebti des Maja; Herkunft: unbekannt; siehe Schneider, Shabtis II, 31 Zu zwei weiteren (des Djehutihermeketef, E 1973 und E 1974) cf. Bovot, loc.cit., 203; zu etlichen weiteren Uschebtis aus Deir el-Medina mit entsprechendem Titel cf. z. B. Dominique Valbelle, Ouchebtis de Deir el-Medineh, DFIFAO 15, Kairo 1972, 84 (Index). 53 Cf. auch die wieder aufgefundene Figur aus der ehemaligen Sammlung Omar Pacha bei A. B. Wiese, in: Agypten - Augenblicke der Ewigkeit. Unbekannte Schatze aus Schweizer Privatbesitz (Ausstellungskatalog), Basel 1997, 191 f. 238 Alt-Agypten Band 30 - 2000 3834 • VVien, Kunsthistorisches Museum AS 8270, Tschai, Herkunft: unbekannt; siehe Elfriede Reiser-Maslauer, Uschebti I, CAA, Wien, Lieferung 5, 1990, 5,107 • Kairo, Agyptisches Museum CGC 47905; Herkunft unbekannt, siehe Percy E. Newberry, Catalogue General des antiquites egyptiennes cju Musee du Caire. Funerary Statuettes and Model Sarcophagi, Kairo 1957, 265 yyahrend sich der Titel £dm-c$ mtn &t-mlct, "Diener an der Statte-der- IMIIaat"' auf die Nekropolenarbeiter von Deir el-Medina bezieht35, ist der bloBe Titel $dm-c$ weder lokal noch hierarchisch einzugrenzen.36 Ge- v/6hnlich wird der Titel mit "Diener" ubersetzt, was aber nicht gemein- hjn zutrifft. Nach Bogoslowski handelt es sich um einen die Abhangig- keit 2U einem Herrn bezeichnenden Oberbegriff; die soziale und hierar- fiische Stellung kann jedoch unterschiedliche Grade aufweisen sowie C-ejfaltige "Berufe" bzw. Tatigkeiten umschreiben. Ohne weiterfiihren- cje Angaben ist ein Mm-€S nicht auf bestimmte Tatigkeiten festzulegen.37 lA/enn ein £dm-c$ auch nicht zu den leitenden Angestellten einer Institu- "on gehort haben mag, so ist doch erwiesen, daB etliche von ihnen j°rChaus in der Lage waren, sich eine eigene Grabausstattung zu 7um NarnenMr-/ir-/ip^/siehe Ranke, PN I, 211.7; ders., PN II, 372. b) - Tjch D B. Spanel, in: Ancient Egyptian Art in the Brooklyn Museum, New * I' 1989, Nr. 42, Inv. Nr. 86.226.21. ^°c'ghe dazu Raphael Ventura, Living in a City of the Dead, A Selection of y' -*l raDhical and Administrative Terms in the Documents of the Theban T° oDoMs, OBO 69, 1986, 40 f. und 61 ff. NeCf eine Sammlung des Titels "tdm-cX + X" cf. H. Gauthier, in: BIFAO 13, 1918, 34 f°u ■ cf auch J. Leclant, in: JNES 13, 1954, 167, n. 79 und E. S. Bogoslovski, in: i6A% 101, 1974, 81 ff. Redeutung des Titels irn Neuen Reich ef. E. S. Bogoslowski, in: Agypten und ZW ■* echriften zur Geschiehte und Kultur des Alten Orient 13 (Fs Hintze}, 1977, 81 ff- p g Bogoslowski, in: Fs Hintze, 86. 31 i £ Graefe, Untersuchungen zur Verwaltung und Geschiehte der Institution der * aernahlin des Amun vorn Beginn des Neuen Reiches bis zur Spatzeit, Bd. 11 9?tS? 1981.39ff. 239 Alt-Agypten Band 30 - 2000 Eine prazise Datierung des Uschebtis des Necht-her-ehepeschef erweist sich aus Mangel an ausreichend Vergleichsmaterial als schwierig. H. Altenmuller39 hatte als Entstehungszeit unter Bezug auf die agyptische Glanzzeit der Bearbeitung des verwendeten Materials auf die 22. Dynastie verwiesen/0 Die Herstellung von Metallstatuen hat in Agypten eine lange Tradition, man beachte bereits die Erwahnung der Fertigstellung einer Kupfer- statue eines Konigs der 2. Dynastie auf dem Palermo-Stein. Aus der 6. Dynastie stammen die beiden Kupferstatuen Pepi I. in naturlicher GroBe.41 Seit der 12. Dynastie ist aus Syrien importierte Bronze in Agyp- ten bekannt, die fur GefaBe, Werkzeuge und Turbeschlage verwendet wurde. Bis zur 20. Dynastie sind jedoch nur wenige Bronze-Statuen bekannt, wahrend es in der Dritten Zwischenzeit zu einer Explosion der Guantitat aber auch Qualitat in der Bronzeherstellung kommt.*2 Das Material Bronze wurde fur Uschebtis - nach derzeitiger Fund- situation - fur konigliche Uschebtis in der 19.-21. Dynastie verwendet {Ramses II., Ramses III., Psusennes I.) sowie fur Uschebtis von Privat- personen in der 18., 19. und 21. Dynastie wie auch gegen Ende der Spatzeit und in griechisch-romischer Zeit (s.o.). Der Titel eines Mm-C£ ist nicht zeitspezifisch. Die kunstlerische Qualitat und Ausfuhrung des Hamburger Objektes ubertrifft jene der 21. Dynastie (Wen-djebau-en- djed) und selbst die der 20. Dynastie (R amses HI.]. Der Name Necht-her-chepeschef ist fur das ausgehende Neue Reich gut belegt.43 Auch aus stilistischen Grunden mochten die Autoren den Hamburger Uschebti 33.39:25 eher in diese Zeit datieren.44 M Altenmiiller, Grab und Totenreich, 64, Abb. 12 d. 40 Cf. oben, Anm. 5. 41 Kairo, JdE 33034; J. Quibell und F. W. Green, Hierakonpolis II, London 1902, Tf. 50 ff. 41 Man beachte z. B. die Standfigur der Gottesgemahlin des Amun Karomama, Enkelin Osorkon I., 22. Dynastie, Louvre, Paris, Inv. Nr. N 500; siehe Jean Leclant (Hg.), Agypten III. Spatzeit und Hellenisrnus, Universum der Kunst, Bd. 28, Munchen 1981, Abb. 105; 108; 176. - Zur Verwendung des Materials Bronze in Agypten cf. Vassilika, Bronze Sculpture, 291 ff. 43 Cf. Ranke, PN I, 211.7; PN II, 372. 44 Eine endgultige zeitliche Zuordnung muB bis zu einer grundlichen naturwissen- schaftlichen Untersuchung warten, wobei besonders auf den Bleigehalt des Objek- tes zu achten sein wird, da Blei bis zur 20. Dynastie nahezu nicht vorhanden 1st, 240 Alt-Agypton Band 30 - 2000 241 Alt-Agypten Band 30 - 2000 Abgekurzt zitierte Literatur: Altenrnuller, Altenmuller, Hartwig Grab und Totenreich Grab und Totenreich der Alten Agypter. Wegweiser zur Volkerkunde Heft 18, Hamburg 21982. Clayton, Shawabti Clayton, Peter A. Royal Bronze Shawabti Figures. In: JEA 58, 1972, 167 ff. Das Gupta, Sammlung Schlogl/Brodbeck, Totenfiguren Das Gupta, Japan Kumar Die Alt-Agyptische Sammlung im Hambur- gischen Museum fur Volkerkunde. In: Mrtteilun- gen aus dem Museum fur Volkerkunde Ham- burg, Neue Foige Bd. 8, 1978, 89 - 115. Schlogl, Hermann A./Brodbeck, Andreas Agyptische Totenfiguren aus offentlichen und privaten Sammlungen der Schweiz. OBO SA 7, 1990. Schlogl/Sguaitamatti, Schlogl, Hermann A./Sguaitamatti, Michel Arbeiter des Jenseits Arbeiter des Jenseits. Agyptische Totenfiguren (Uschebtis). Zurcher Archaologische Hefte 2, Zurich 21984. Schneider Shabtis Schneider, Hans D. Shabtis. An Introduction to the History of Ancient Egyptian Funerary Statuettes with a Catalogue of the Collection of Shabtis in the National Museum of Antiquities at Leiden. 3 Bde., C.N.M.A.L II, Leiden 1977. Stewart, Egyptian Shabtis Vassilika, Bronze Sculpture Stewart, Harry M. Egyptian Shabtis. Shire Egyptology Series, Bd. 23, 1995. Vassilika, Eleni Egyptian Bronze Sculpture Before the Late 242 Alt-Agypten Band 30 - 2000 Period. In: Goring, E.; Reeves, N.; Ruffle, (Hgg.) Chief of Seers: Egyptian Studies Memory of Cyril Aldred. London 1997, 291 ff. 243
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