Iuwelot der Libyer - Zwei neue Belege für den thebanischen Hohepriester des Amun aus der 22. Dynastie und ein ungewöhnliches Personendeterminativ more

in: E.-M. Engel, V. Müller, U. Hartung (Hgg.), Zeichen aus dem Sand. Streiflichter aus Ägyptens Geschichte zu Ehren von Günter Dreyer, Menes 5, 2008, 59-70

Zeichen aus dem Sand Streiflichter aus Agyptens Geschichte zu Ehren von Giinter Dreyer Herausgegeben von Eva-Maria Engel, Vera Miiller und Ulrich Hartung 2008 Harrassowitz Verlag • Wiesbaden ISSN 1614-8665 ISBN 978-3-447-05816-2 IUWELOT DER LIBYER - ZWEINEUE BELEGE FUR DEN THEBANISCHEN HOHEPRIESTER DES AMUN AUS DER 22. DYNASTIE UND EIN UNGEWOHNLICHES PERSONENDETERMINATIV Andreas Effland Epigraphische Belege fur Iuwelot1, Hoherpriester des Amun von Karnak in der 22. Dynastie, sind verhaltnismaBig rar. Hierzu zahlen die Kalksteinstele London BM 12242 aus Theben(?) sowie die im ersten Vorhof des Karnaktempels, nahe dem Barkensanktuar Sethos II, aufgefundene Rosengranitstele Kairo JE 31882 („Stele de l'apanage")3, ein Altarstander aus Granit im Puschkin Museum Moskau (Nr. I.l.a. 5000 [4154])4 und mehrere Nilstandsmarken am Kai von Karnak5. Desweiteren ist er erwahnt auf einer kuboiden Granitstatuette seines Schwiegersohnes, des 3. Propheten des Amun Padimut, aus der Cachette in Karnak (Kairo CG 42215)6 sowie auf einem Elektrum-Pektoral seines Sohnes Wasakawasa (Petrie Collection UC 13124)7. A. Leahy8 fiihrt einen weiteren Bel eg an: eine mit schwarzer Tinte beschriftete Keramikscherbe aus Umm el-Qaab, die 1897 wahrend der Grabungen von E. 1 So umschrieben z.B. von Bierbrier, Hoherpriester, Kitchen, Third Intermediate Period, §§ 89; 96; 157; 184; 265; 269; 270; 456; Aourat (Gauthier, LdR III, 331, n. 3); Awalot (von Beckerath, Nile Level Records, 46); Euwerot (Erman, Legrain'sche Inschriften, 19); Ewelot (WlNAND, Decrets oraculaires, 608; Baer, Libyan and Nubian Kings, 13, § 16d); Iouwelot (Drioton/Vandier, Peuples de I'orient, 533; 562; 567); Iulotj (Kees, Hohepriester des Amun, 93ff.); Iwelot (Jacquet-Gordon, Illusory year, 66); Uwalita (Helck, Geschichte, 224); Yewelot (Hayes, Writing Palette, 50); iw.wi.r.t (Chevereau, Prosopographie, 15, Doc. 10); 'Iw-wi-ri-ii-t (Erman, Legrain'sche Inschriften, 19); twrit (Ranke, PNl, 18, Nr. 10); ^u-wa-l- i- ta (Helck, Iuwelot); Ywrit (Colin, Libyens II, 9; cf. auch ders., Libyens I, 58f.). 2 Siehe PM P, 809; Gauthier, LdR III, 332; Fazzini, Egypt, pi. XLIII,1; Jansen-Winkeln, Agyptische Biographien, 257; ders., Stele London; ders., Text und Sprache, 297, Nr. A/2.2.12; ders., Inschriften der Spatzeit II, 80f. (16.9). 3 Siehe PM IP, 27; Legrain, Deux steles, 12ff.; Erman, Legrain'sche Inschriften, 19ff.; Gauthier, LdR III, 332; Romer, Gottes- undPriesterherrschaft, §§ 143; 268; 332; 400; 404, n. 310; 461; S. 473, Nr. II.22.a.; Jansen-Winkeln, Religiose und historische Inschriften; ders., Text und Sprache, 299, Nr. A/2.2.17; ders., Inschriften der Spatzeit II, 77-80 (16.8). 4 Siehe Hodjash/Berlev, Egyptian Reliefs and Stelae, 157 und 161 (Nr. 105); Jansen-Winkeln, Text und Sprache, 341, Nr. B/2.1.7.; ders., Inschriften der Spatzeit 11, 81 (16.10). 5 Die Nummern 16, 20 und 21. Siehe Legrain, Textes graves, 11 Iff.; Gauthier, LdR III, 331; von Beckerath, Nile Level Records; Broekman, Nile level records; Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 76f. (16.5-7). 6 Siehe Legrain, Statues et statuettes III, 37-39, pi. XXIV; Gauthier, LdR III, 331; Jansen- Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 240 (25.46). 7 Siehe Petrie, History of Egypt III, 265, fig. 108; ders., Amulets, 24 und pi. X,91d; ders., Scarabs and Cylinders, pi. 51k; Feucht, Pektorale, 29, 118 (191H), Taf. 31; Kees, Hohepriester des Amun, 100; kitchen, Third Intermediate Period, § 157; Colin, Libyens II, 37; Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 230 (25.23). 8 Leahy, Abydos, 169. 60 A. Effland Amelineau entdeckt worden war9. Die in der Publikation ohnehin verungliickte hieroglyphische Transkription der Scherbe durch E. amelineau ist jedoch nicht mit den iiblichen hieroglyphischen Wiedergaben des Namens Iuwelot vergleichbar. Die Kollationierung dieser Scherbe10, die sich heute unter der Inventarnummer E 22396 im Louvre in Paris befindet, erbrachte in der Tat eine Schreibung PI 8 ii Wenn man hierin den Namen Iuwelot erkennen mochte, muss man eine bislang nicht belegte Kurzform des Namens annehmen12 und die verkiirzte Fassung des eigentlich zu erwartenden Jmn-Rr-nswt-ntrw im Titel des Hohepriesters akzeptieren13. Da die bisher bekannten sicheren Schreibungen des Namens Iuwelot sich deutlich hiervon unterscheiden (s.u.), ist eine Zuweisung dieser Scherbe an Iuwelot nicht ganz sicher14. Wenn nun auch einer der wenigen Belege, noch dazu ausgerechnet aus Umm el- Qaab, vermutlich zu streichen ist oder zumindest angezweifelt werden muss, so ist es doch ein gliicklicher Umstand, dass die Grabungen des DAI in Umm el-Qaab unter der Leitung von G. Dreyer interessanten, doppelten Ersatz bieten15. Aus dem nordwestlichen Bereich des B-Friedhofes, nahe dem Grab des Djer, stammt die Keramikscherbe Ab K 2405 (Abb. 1). Das GefaBfragment misst 5,8 auf 9 Amelineau, NF 1897-8, 136 [16] und 278 [1]. Trotz der unterschiedlichen hieroglyphischen Umsetzung durch Amelineau handelt es sich offensichtlich, wie auch schon Leahy, Abydos, vermutet, um dasselbe Keramikfragment! 10 Im Mai 2007 im Rahmen des Forschungsclusters 4 des Deutschen Archaologischen Instituts fur das Osiris-Projekt/Abydos. - Ich danke Marc Etienne und Elisabeth David sehr herzlich fur die freundliche und hilfreiche Unterstiitzung im Louvre. 11 Eine Abbildung (das untere Anpassstiick fehlte zum Zeitpunkt der Photographie) der Scherbe findet sichbei Amelineau, NF 1897-8, pi. XXIV.4. Die eigenwillige epigraphische Ausfuhrung der Zeichen hat mit der noch unpublizierten Keramikscherbe Ab K 188 eine Parallele aus den aktuellen Grabungen des DAI in Umm el-Qaab. - Der Name findet sich auch nicht in der ausfuhrlichen Sammlung bei Colin, Libyens II. 12 Cf. dazu z.B. die Kurzform des Namens Schoschenk: C=3 C=3 (Colin, Libyens II, 68, Doc. XLI; bonheme, Noms royaux, 1987, S. 109; 124; 139). 13 Zu einer solchen verkiirzten Form siehe z.B. die Stele London BM 1224 (Jansen-Winkeln, Stele London, 216), die Statuette Kairo CG 42215 (Legrain, Statues et statuettes III, 38) oder das Pektoral Petrie Collection UC 13124 (Jansen-Winkeln, Lnschriften der Spatzeit II, 230 (23)). Bei den bisher in Umm el-Qaab entdeckten, analog beschrifteten Keramikgefalten ist eine solche Form jedoch umiblich (z.B. Iuput: Ab K 2363 a+b, Ab K 2404 a-c, Louvre E 31870; Schoschenk: Louvre E 31867; Iuput oder Iuwelot: Ab K 517+Ab K 518+Louvre E 31868, Ab K 2410; Iuwelot: AbK 1188, AbK2405; zudiesenletztenbeidens.u.). 14 Jansen-Winkeln, lnschriften der Spatzeit II, 81 (16.11), ubernimmt die falsche Abschrift von Amelineau und ordnet den Beleg unter Iuwelot ein. - Zur Lesung cf. auch Yoyotte, Psousennes II, 46, Anm. 2. 15 Fur einen knappen Uberblick iiber beschriftete Objekte der 3. Zwischenzeit aus den Grabungen des DAI in Umm el-Qaab siehe Effland, Beschriftete Keramik; ders., Zwei Skarabaen. - Ich danke Dorothea Schulz und Ute Effland fur die Anfertigung der vorliegenden Zeichnungen und Fritz Barthel fur die Photos. Iuwelot der Libyer 61 6,1 cm und tragt eine zweikolumnige, nach rechts gerichtete schwarze Tintenaufschrift: Abb. 1: Beschriftetes VotivgefaBfragment Ab K 2405 (Photo und Zeichnung DAI Kairo). | [hm-ntr] hpfi (n) ^Jmn-R^-[nswt]- ^ntrw^ 2 r ' 1 | lJwirr mir-hrw | [Hoherpriester] (des) [Amunrasonther] a) | [Iuwelot],b) gerechtfertigt. a) Erganze zu: 1 '□SO Zur Erganzung cf. z.B. Louvre E 31870; Louvre E 31867: Ab K 517+Ab K 518+Louvre E 31868: Ab K 2410. b) Der Name ist zweifellos zu ^ zu erganzen. - Zur Schreibung fur (f V sowie zum Lautwert w(3) fiir Q\ siehe kurth, Einfuhrung ins Ptolemaische I, 399, n. 67; cf. auch die Schreibungen fiir Iuput und Osorkon bei Colin, Libyens II, 6, 21, 25, 3016. Die bislang belegten Schreibungen des Namens Iuwelot17 lauten 16 Cf. ferner Jansen-Winkeln, Spatmittelagyptische Grammatik, 27, § 35 a) „Falsche Zeichen". 17 Die Schreibung auf dem Pektoral Petrie Collection UC 13124 ist leider nur schwer zu verifizieren. Die Abbildungen bei Petrie, History of Egypt III, 265, fig. 108; ders., Amulets, pi. X,91d sowie ders., Scarabs and Cylinders, pi. 51k, sind wenig geeignet; cf. auch Colin, 62 A. Effland 1. ^ 2. ^^\™ 5. ^ 6. 19 20 22 23 Die zweite Scherbe ist nun ungleich interessanter. Es handelt sich um das GefaBfragment Ab K 1188 (Abb. 2)24, aufgefunden in der ostlichen Halde beim Grab B 40, unweit des Osirisgrabes. Die Wandscherbe eines groBen GefaBes mit einem maximalen Durchmesser von ca. 28 cm misst noch 12,1 auf 8,5 cm und weist ebenfalls zwei Kolumnen leicht kursiver Hieroglyphen in schwarzer Tinte auf: Libyens II, S. 9, n. 28. - Kees, Hohepriester des Amun, 100, erkannte: Nach dem Photo bei Petrie, Scarabs and Cylinders, pi. 51k, konnte dort auch gestanden haben (zu dieser Lesung kommt auch Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 230 (25.23), wahrend Feucht, Pektorale, 118, vermeint evtl. zu erkennen). Dies muB jedoch bis auf weiteres Spekulation bleiben, da heute die rechte untere Ecke des Pektorals, auf dem der Name Iuwelot gestanden hat, verschollen ist (Mitteilung von Stephen Quirke in einer e-mail vom 06.08.2007); siehe auch unter der URL http://www.petrie.ucl.ac.uk/search/main/index.php, sv „UC13124". 18 Stele London BM 1224 (siehe Jansen-Winkeln, Stele London, 217, Fig. 1 und Tf. 6; ders., Inschriften der Spatzeit II, 80, Nr. 16.9, Z.2); cf. auch Statuette Kairo CG 42215 (siehe Legrain, Statues et statuettes III, 38) und Kairo JE 31882, „Stele de l'apanage", Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 77, Nr. 16.8). 19 Altarstander Puschkin Museum Moskau Nr. I.l.a. 5000 [4154] (Hodjash/Berlev, Egyptian Reliefs and Stelae, 157 und 161; Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 81, Nr. 16.10, Z.l). 20 Kairo JE 31882, „Stele de l'apanage" (siehe Gauthier, LdR III, 332). Jansen-Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 77 (16.8) schreibt als Determinativ 21 Stele London BM 1224 (siehe Jansen-Winkeln, Stele London, 217, Fig. 1 und Tf. 6; ders., Inschriften der Spatzeit II, 80, Nr. 16.9). 22 Nilstandsmarke Karnak Nr. 16 (siehe von Beckerath, Nile Level Records, 50; Jansen- Winkeln, Inschriften der Spatzeit II, 76, Nr. 16.5). 23 Nilstandsmarken Karnak Nr. 20 und Nr. 21 (zur Erganzung der Schreibung siehe von Beckerath, Nile Level Records, 46 und 51). 24 Das Fragment befindet sich heute im Magazin der EAO in Sohag unter der Registernummer R 234. Iuwelot der Libyer 63 10 cm - 5 L 0 Abb.2: Beschriftetes VotivgefaBfragment Ab K 1188 (Photo und Zeichnung DAI Kairo). W/y//"< j_ r i | [hm-ntr] Hpj n Jmn-Rr-nswt-ntrw | [Jwirt] | ... [Hoherpriester des Amunrasonther] a) j ... [Iuwelot] b). □ © D a) Erganze zu b) Der Name ist offensichtlich zu Schreibung fur ^\ sowie zum Lautwert w(i) fur s.o. Anm. a) zuAb K 2405. zu erganzen Zur siehe oben, Anm. b) zu Ab K 2405. - Zum Auslaut U fur s=^ siehe colin, Libyens I, 32 f; bonheme, Noms royaux, 186-188; cf. auch KURTH, Einfiihrung ins Ptolemaische I, 546, § 32.9 b; jansen-winkeln, Spatmittelagyptische Grammatik, 38, § 59 (cf. auch die oben aufgefuhrte Schreibung Nr. 4 auf der Stele London bm 1224). - Ausgesprochen interessant ist auch die vorliegende 64 A. Effland Schreibung des Namens mit dem „Infix" der wr-Harpune (?). Vermutlich ist das Zeichen <,—als phonetisches Komplement zu wi aufzufassen, wobei r fiir i stehen miisste, was m. W. allerdings bislang erst spatptolemaisch-romisch belegt ist25. Andererseits ist der Ideogrammstrich deutlich nach der Harpune und vor dem <cr> gesetzt, so wie er gelegentlich als echtes Determinativ tatsachlich bei der Wurzel wr zu finden ist26. Als Alternative konnte man bei <—an eine Art „Verschlepptes Determinativ"27 (z. b. von ssr, Pfeil)28 denken oder an eine Schreibung nach dem Prinzip „Rebus reziprok"29; dann sollte es sich bei dem Zeichen jedoch eher um einen Pfeil, <—<-m, handeln als um eine Harpune. Aufmerksamkeit verdient nun insbesondere das Determinativ des Namens Iuwelot. Auch wenn Iuwelot, als Sohn Osorkons I., koniglicher Abkunft war, handelt es sich bei dem Strich am Kopf der stehenden Figur zweifellos nicht um einen Uraus sondern um eine nach vorne gerichtete Feder. Das Zeichen wird hier nur unzulanglich mit fjf wiedergegeben30. Es handelt sich um das gleiche Zeichen, wie es gerne im Rangtitel der libyschen Fiirsten, wie wr n Msws, wr n Mihisiwn, wr n Rbw u.a. als Schreibung fiir wr verwendet wird31. Dieses Zeichen soil an der vorliegenden Stelle offensichtlich einen Libyer anzeigen. Iuwelot ist bekanntermaBen in der Tat libyscher Abstammung; eine Determinierung eines Personennamens mit einem Zeichen, daB eine Volkszugehorigkeit verdeutlicht, also ein „ethnisches" Personendeterminativ, ist allerdings auBerst selten32! 25 Dazu cf. Kurth, Einfuhrung ins Ptolemaische I, 490f., § 8.3. 26 Cf. Jansen-Winkeln, Spatmittelagyptische Grammatik, 22, § 28. 27 Cf. Jansen-Winkeln, Spatmittelagyptische Grammatik, 28, § 38. 28 Wb IV, 546, 7ff. 29 Cf. kurth, Einfuhrung ins Ptolemaische I, 36 (Prinzip XII). 30 Eventuell sollte man es in vorliegendem Falle eher mit lis wiedergeben. - Cf. auch Jansen- Winkeln, Agyptische Biographien II, 573, Anm. d.; und besonders ders., Inschriften der Spatzeitll, 270f. (28.11) und 374; 387 (44.10, Z.2). 31 Siehe z. B. Wb I, 328, 14ff, besonders 329, 15ff; Priese, Beginn der kuschitischen Herrschaft, 27; cf. auch Blackman, Stela of Shoshenk, 87f; Colin, Libyens II, 103f; Grimal, Stele triomphale de Pi(ankh)y, 155, n. 466; 188, § 5,b; 312 und 330 (Index); Simpson, Inscribed Material, 87, Nr. TIP 3, Fig. 162 und PI. 27 c; Zibelius-Chen, Theorie undRealitat, 92; Kurth, Einfuhrung ins Ptolemaische I, 130, Nr. 15-18, besonders 18a; 32 Unserer Schreibung des Determinativs nahe kommen prinzipiell z. B. die Namen Padineith lA jL O IM und Schoschenk M^X J\ IM auf der Bronzestatuette London, British Museum 63581 (Dat. um 550-525 v.Chr.), bei denen jedoch eine Feder am Kopf des stehenden Marines Iuwelot der Libyer 65 Es lieBen sich lediglich zwei eventuell analoge Belege finden, die offenbar ebenfalls eine Art „Fremdv6lkerdeterminativ" als Personendeterminativ aufweisen: a) auf einer bronzenen Tiirangel aus Tell Moqdam (?) aus der Zeit Iuput II. (Kairo 33 ^^"HK^^\yh4. JE 38261) findet sich der Name Twtw* b) auf einem Skarabaus aus der Nekropole der 3. Zwischenzeit von Herakleopolis Magna (Cordoba 1981/1/102) ist der Name K(n)hss, ra*Llj))f, eingraviert35. Es ist durchaus bekannt, daB fremde Personennamen oft besondere (auch etymologisierende) Determinierungen aufweisen36. Die vorliegende „ethnische" Determinierung ist jedoch etwas Anderes. Iuwelot, Sohn Osorkon I., entstammte einer Familie, die in zweiter Generation den Pharao stellte, die davor fiinf Generationen „GroBfiirsten" der Libyer waren, und dessen altester bekannter Ahne Byww (ca. 1095/70 v.Chr.)37 statt eines Titels einfach die Bezeichnung „Libyer" tragt38! Moglicherweise ist also die Schreibung des Ausdruck 39 Namens Iuwelot, TO bzw. eher des Stolzes auf die Zugehorigkeit zur libyschen Herrschaftsschicht Agyptens Dies ist um so beachtenswerter, da noch etwa einhundert Jahre vor Iuwelots altestem bekannten Ahnen einige besiegte libysche Fiirsten zwar auch ein eindeutig ethnisch zuweisbares, jedoch keineswegs so positives Personendeterminativ erhalten hatten: Mriy, ^ i jS A A1^ ] If40 und auch Mskn, ^ffll^TT? W41, wurden mit dem Zeichen des gefesselten Feindes determiniert. Zeugen der Prasenz von Fremden in Agypten sind alle drei Namen. Die sorgsame Determinierung zeugt vom Wandel ihrer hierarchischen Bedeutung im fehlt; siehe Graefe, Gottesgemahlin I, 227f., P25, Taf. 11* und Taf. 23d; Colin, Libyens II, 71, Doc. LIV. 33 So aufgefaBt von GomaA, Libysche Furstentumer, 119. 34 Spencer/Spencer, Notes on Late Libyan Egypt, 200, fig. 3; Jansen-Winkeln, Lnschriften der Spatzeit 11,370 (39.1). 35 Perez-Die/Vernus, Excavaciones, 69, Nr. 46 mit Anm. a; S. 85, Nr. 46; S. 138, Fig. 26, Nr. 46; Colin, Libyens II, 93. - Jansen-Winkeln, Lnschriften der Spatzeit II, 433 (45.79) schreibt als Determinativ lediglich i^. 36 Siehe z. B. Giveon, Impact of Egypt, 15ff.; Schneider, Asiatische Personennamen, 403ff. 37 Colin, Libyens II, 38. 38 So nach der Genealogie auf der Stele des Pasenhor (Louvre SIM 2846), siehe Malinine/ Posener/Vercoutter, Steles du Serapeum I, 31, Nr. 31, Z.13; dies., Steles du Serapeum II, PI. 10; Kitchen, Third Intermediate Period, 488; Jansen-Winkeln, Entwicklung, 139. 39 Cf. Jansen-Winkeln, Entwicklung, 139. - Es ist in der Tat bemerkenswert, daB sich die libyschen Regenten, noch um die Mitte des 8. Jahrhunderts, „Jahrhunderte nach Beginn ihrer Herrschaft, offen als Libyer (z.B. mit Hauptlingsfeder) darstellen lassen", Jansen-Winkeln, Libyer (Kap. 3); auch VlTTMANN, Agypten und die Fremden, 6. 40 Colin, Libyens II, 45; Medinet Habu I, PI. 28, Kol. 47; KRL V, 24, 14. 41 Colin, Libyens II, 49; Medinet Habu I, PI. 28, Kol. 47; KRL V, 24, 14. 66 A. Effland ersten vorchristlichen Jahrtausend und eventuell sogar von der neuen, stolzen Selbsteinschatzung. LlTERATURVERZEICHNIS Amelineau, NF1897-8. Emile Amelineau, Les nouvellesfouilles d'Abydos, 1897-8, Paris 1904-1905. Baer, Libyan and Nubian Kings. Klaus Baer, The Libyan and Nubian Kings of Egypt: Notes on the Chronology of Dynasties XXII to XXVI, in: JNES 32, 1973, 4-25. BlERBRlER, Hoherpriester. Morris L. Bierbrier, Hoherpriester des Amun, in: Wolfgang Helck/Wolfhart Westendorf (Hrsg.), LA II, Wiesbaden 1977, 1241-1249. Blackman, Stela ofShoshenk. Aylward M. 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