Minmose In Abydos morein: Göttinger Miszellen 198, 2004, 5-17 (Ute & Andreas Effland) |
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Egyptology, Studies in ancient cryptography, New Kingdom (Egyptology), Ritual Procession, and Abydos
Sonderdruck aus:
Göttinger Miszellen
Beiträge zur ägyptologischen Diskussion
Minmose in Abydos
von Ute Effland und Andreas Effland GM 198, 2004, 5-17
5 GM 198 (2004)
Minmose in Abydos
von Ute Effland und Andreas Effland
Minmose, Hoherpriester des Onuris von This unter Ramses II., ist bereits seit längerer Zeit bekannt. 1878 gelangte eine Statuette des Minmose als Geschenk von James Ashbury nach Brighton.1 Im Frühjahr 1887 erwarb Charles E. Wilbour eine kuboide Statue dieses Priesters.2 1891 wurde eine Opfertafel des Hohenpriesters in Mescheich entdeckt.3 Émile Amélineau fand zwischen 1895-1898 einige Objekte - u.a. Votivgefäßfragmente und mehrere Uschebtis sowie eine Grab- oder Kultkapelle des Minmose in Abydos.4 Da erst jüngst erneut Objekte dieses Priesters während der Arbeiten des Deutschen Archäologischen Instituts unter der Leitung von Günter Dreyer in Abydos aufgefunden wurden,5 schien es lohnenswert, die bislang bekannten Denkmäler dieser bedeutenden Persönlichkeit aus der Zeit Ramses II. noch einmal zu betrachten.6 Minmose gehörte einer einflußreichen Familie an, zu der u.a. auch der bekannte Wesir [Pa]-Rahotep und Wenennefer, Hoherpriester des Osiris von Abydos, zählten.7 Neben dem Titel eines Hohenpriesters des Onuris von This hatte Minmose zahlreiche weitere Ämter und Titel inne, so z.B. HAtj-a, jmj-rA Hmw-nTr n nTrw nbw AbDw, sS ncwt, Xrj-Hb Hrj-tp n nb tAwj, Hm-nTr-tpj n ¥w (u.ä.), jmj-jct ¥w ¦fnwt, wr mAw n Ra m §nj, jmj-rA kAt m mnw n ncwt.
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Brighton Museum and Art Gallery, Inv. Nr. Af.202. Siehe C.E. WILBOUR, Travels in Egypt: December 1880 to May 1891. Letters of Charles Edwin Wilbour, ed. by J. Capart, Brooklyn 1936, 427 ff. Seit 1916 befindet sich die Statue im Brooklyn Museum (Inv. Nr. 16.206). Heute Kairo CG 23095. Siehe É. AMÉLINEAU, Les nouvelles fouilles d'Abydos 1895-1896, Paris 1899, 9 ff. und 37 ff.; ders., NF 1897/98, 129 f.; 279; 289 f. Siehe F. PUMPENMEIER, in: G. Dreyer et alii, Umm el-Qaab. Nachuntersuchungen im frühzeitlichen Königsfriedhof. 9./10. Vorbericht, in: MDAIK 54, 1998, 126 und 129. Für die Publikationserlaubnis weiterer neu entdeckter Objekte aus Abydos (s.u. III.7. und 8.) danken wir Herrn Dreyer sehr herzlich. Zur Familie des Minmose siehe z.B. G. LEGRAIN, Recherches Généalogiques, in: RecTrav 32, 1910, 29 ff.; H. KEES, Die Laufbahn des Hohenpriesters Onhurmes von Thinis, in: ZÄS 73, 1937, 85, n. 6 und 7; 89, n. 8; ders., Das Priestertum im Ägyptischen Staat, PÄ 1, 1953, 101 ff.; 148 ff.; H. de MEULENAERE, Deux vizirs de Ramsès II, in: CdE 41, 1966, 223-232; H. ALTENMÜLLER, Zur Frage der Vergöttlichung des Vezirs (Pa-)Rahotep, in: JEA 61, 1975, 154-160; G.A. GABALLA, Monuments of Prominent Men of Memphis, Abydos and Thebes, in: Glimpses of Ancient Egypt, Fs Fairman, 1979, 43 ff.; J.L. CHAPPAZ, Quelques 'fragments' provenant de la tombe du vizir Râ-Hotep à Sedment (Héracléopolis Magna), in: Genava XXXIII, 1985, 5-22; J.J. CLÈRE, Une sculpture baroque de l’epoque ramesside, in: Mélanges Gamal Eddin Mokhtar, BdE 97,1, 1985, 155-165; B. BRYAN, The Career and Family of Minmose, High Priest of Onuris, in: CdE 61, 1986, 5 ff.; M.L. BIERBRIER, The Vizier Parahotep and the High Priest of Onuris Minmose in the Townley Papers, CdE 63, 1988, 213-220; D. RAUE, Ein Wesir Ramses' II., in: Stationen; Beiträge zur Kulturgeschichte Ägyptens, Fs Stadelmann, 1998, 341-351; A.G. ABDEL FATAH, [Pa]-Rahotep's Ushabtis at Sedment. Excavations of the Supreme Council of Antiquities, in: Memnonia X, 1999, 115-123; P. PAMMINGER, Hori, Hoherpriester des Amun, in: JEA 85, 1999, 226-230; E. VARIN, Notes sur la dispersion de quelques objets égyptiens provenant de la ville Quirini à Alticchiéro, in: RdE 53, 2002, 213 ff.
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Mittlerweile sind zahlreiche Objekte dieses Minmose bekannt; sie stammen teils aus Mescheich und aus Abydos, teilweise ist ihre Herkunft nicht bekannt. Objekte ungesicherter Provenienz8
I. I.1.
Kuboide Statue, Kairo CG 1203 (= Temp. Nr. 14.1.25.1) Herkunft: unbekannt9 Lit.: PM VIII, 583 (801-635-060); KRI III, 470, 5 - 471, 610 Anm.: Der ursprüngliche Aufstellungsort der Statue ist nicht mehr zu ermitteln. Im Jahre 1881 befand sie sich vor dem Haus des amerikanischen Konsuls, Aly Murad, in Theben.11 I.2. Kuboide Statuette, Brighton Museum and Art Gallery, Inv. Nr. Af.202 Herkunft: unbekannt12 Lit.: PM VIII, 601 f. (801-643-120); KRI III, 471, 7-1513 Anm.: Die Herkunft der Statuette ist nicht bekannt, sie gelangte als Geschenk von James Ashbury im Jahre 1878 in das Museum. I.3. Kuboide Statue, Brooklyn Museum 16.206 A-B Herkunft: unbekannt14 Lit.: J.D. COONEY, A Reexamination of some Egyptian Antiquities, in: BMB XI,3, 1950, 16, Abb. 3; B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 5 ff.15 Anm.: Die Statue wurde 1887 von Charles E. Wilbour in Achmim gekauft. Sie befindet sich seit 1916 im Brooklyn Museum.
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Evtl. gehört ein weiteres Objekt zu diesem Komplex: Statue eines Minmose, Sohn des Hori (Zeit Ramses II.), Oxford, Ashmolean Museum 1881.561; nach PM VIII, 683 (801-655-622) eventuell aus Karnak. Die angegebene Filiation kann mit der des Minmose, Hoherpriester des Onuris, übereinstimmen. Laut PM VIII, 583, „probably from Abydos“. An weiterer Literatur ist zu nennen: A. WIEDEMANN, Egyptian Notes, in: PSBA 23, 1901, 250; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 33, Doc. 31; L. BORCHARDT, Statuen und Statuetten von Königen und Privatleuten im Museum von Kairo. Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes du Musée du Caire, Bd. 4, Kairo 1934, 103-105; C.E. WILBOUR, Travels in Egypt, 429; B. HORNEMANN, Types of Ancient Egyptian Statuary III, Kopenhagen 1957, pl. 649; J. VANDIER, Manuel d'archéologie égyptienne III. Les grandes époques. La statuaire, Paris, 1958, 660; B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 5 ff.; J.J. CLÈRE, Les chauves d’Hathor, OLA 63, 1995, 73-80; 221 f., pls. II f., figs. 25 f. Siehe A. WIEDEMANN, in: PSBA 23, 1901, 250; C.E. WILBOUR, Travels in Egypt, 429. Die Angabe von R. Schulz, daß die Statuette aus Mescheich käme, ist spekulativ; cf. R. SCHULZ, Die Entwicklung und Bedeutung des kuboiden Statuentyps. Eine Untersuchung zu den sogenannten „Würfelhokkern“, HÄB 33,1, 1992, 94. Weitere Literatur: A.E.P. WEIGALL, A Statuette of Min-Mes, Chief Magician to Ramses II', in: PSBA 23, 1901, 13-15 (mit Abb. S. 13); G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 30, Doc. 24; J.J. CLÈRE, Deux statues 'gardiennes de porte' d'époque ramesside, in: JEA 54, 1968, 135-148, fig. 1, pl. 21; R. SCHULZ, Entwicklung und Bedeutung, 94, Nr. 028, Tf. 8c. Die Angabe von R. SCHULZ, Entwicklung und Bedeutung, 98, daß die Statue aus Mescheich käme, ist spekulativ. C.E. Wilbour selbst schreibt über den Ankauf: der Verkäufer „told me it came from Abydos“ (zitiert nach B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 5). Siehe auch C.E. WILBOUR, Travels in Egypt, 427-429; J. VANDIER, Manuel III, 452; 458; R. SCHULZ, Entwicklung und Bedeutung, 98, Nr. 031, Tf. 12 a-d.
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II. II.1.
Objekte aus Mescheich16 Opfertafel, Kairo CG 23095 (= JdE 29195) Herkunft: Mescheich17 Lit.: PM V, 29; KRI III, 472, 1-818
III. Objekte aus Abydos III.1. Statuette (2 Fragmente) Herkunft: Abydos, Osiris-Tempel Bezirk Lit.: PM V, 47; KRI III, 476, 6-919 III.2. Reliefs aus einer Kapelle, Abydos, G-Friedhof bzw. Mittel-Friedhof Während der Kampagne 1895/96 entdeckte É. Amélineau in Abydos ein Grab, das er als Gemeinschaftsgrab des Minmose und seines Verwandten, des Hohenpriesters des Osiris von Abydos, Wenennefer20, angesehen hat.21 Das Grab war bereits geplündert und großenteils zerstört. Es besaß einen Schacht und insgesamt fünf unterirdische Kammern. In griechischrömischer Zeit wurde in oder über diesem ein weiteres Grab angelegt, welches ebenfalls bereits zerstört war.22 In diesem jüngeren Grab waren auch die hier im folgenden aufgeführten, mit Reliefs versehenen Platten aus Kalkstein verbaut gewesen. Insgesamt konnte Amélineau 53 Bruchstücke, teils zerschlagen und ohne Zusammenhang umhergeworfen, auffinden. Einige dieser Reliefs gelangten später in das Victoriamuseum nach Uppsala.23 Während der Ar16
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Im Frühjahr 1887 wurde bei den Grabungen E. Grebaut's in Mescheich eine kuboide Statue eines Minmose entdeckt (heute Kairo CG 548 = JdE 28431). In der Literatur wird dieser Minmose gemeinhin mit dem Hohenpriester des Onuris, Minmose, gleichgesetzt. Eine solche Gleichsetzung ist allerdings sehr fraglich, da der auf dieser Statue auftretende Titel eines TAj xw sonst nicht für ihn belegt ist. Auf der Statue sind keinerlei verifizierende Angaben zur Genealogie vorhanden und auch keine weiteren Titel! Zur Statue siehe PM V, 29; KRI III, 477, 3-5; L. BORCHARDT, Statuen und Statuetten, Bd. 2, Kairo 1925, 94, pl. 91; C.E. WILBOUR, Travels in Egypt, 427-429; J. VANDIER, Manuel III, 454 f.; 483 f.; 533 f.; B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 5 ff.; R. SCHULZ, Entwicklung und Bedeutung, 167, Nr. 081, Tf. 38. – Da Minmose seinen Titeln und Ämtern gemäß eine starke Bindung nach This aufweist und darüber hinaus eine Opfertafel dieses Priesters in Mescheich aufgefunden wurde (wo auch ein Tempel des Onuris und der Mehit lokalisiert werden konnte), ist in der Literatur zu Minmose gelegentlich eine Gleichsetzung von Mescheich mit dem antiken This zu finden. Zur Diskussion um This - Mescheich oder Girga bzw. el-Birba - siehe z.B. B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 11, u.n. 5; F. GOMAÀ, in: LÄ IV, 107, s.v. „Mescheich“; E. BROVARSKI, in: LÄ VI, 475-486, s.v. „Thinis“. Eine Gleichsetzung von Mescheich mit This ist sehr zweifelhaft. Dort wurde sie 1891 entdeckt und von G.J. Chester dem Museum Kairo übergeben. Siehe auch A. KAMAL, Tables d'Offrandes, Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes du Musée du Caire, Kairo 1909, 81 f.; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 38 f., Doc. 31 bis. Siehe auch W.M.F. PETRIE, Abydos I, London 1902, 44, Nr. 4, pl. LXVI. Die unpublizierte Magisterarbeit von J. KUCKERTZ, Wnn-nfr, Hoherpriester des Osiris in Abydos zur Zeit Ramses‘ II., Berlin 1991, war uns leider nicht zugänglich. Siehe É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 9 ff. Zu diesem Grab gehörte auch eine demotisch beschriftete Stele (É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 10). Es war uns nicht möglich, diese Stele zu identifizieren. Mehrere demotische Stelen aus der Grabung Amélineaus von 1896 gelangten nach Kairo: CG 31087 (JdE 33001); CG 31134 (JdE 33000); JdE 32993; JdE 33003. Siehe P. LUGN, Ausgewählte Denkmäler aus Ägyptischen Sammlungen in Schweden, Leipzig 1922, 17 ff.; S. STARCK, Introductory Guide to the Victoriamuseum of Egyptian Antiquities at Uppsala University, Uppsala 1977, 23; PM V, 74 f.
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beiten J. Garstangs in Abydos erfolgte eine Nachuntersuchung des ramessidenzeitlichen, älteren Grabes (von Petrie G 100 genannt), wobei der Sarkophag der Priesterin aus der 19. Dynastie entdeckt wurde.24 Auch wenn offensichtlich in oder bei diesem Grab einige Uschebtis des Minmose von Amélineau und Garstang gefunden wurden (s. u. III.3.a und b), bleibt eine Identifizierung der oben genannten Reliefs von Minmose und Wenennefer als Grabkapelle fraglich; evtl. handelt es sich dabei eher um eine Art Kult- oder Gedenkkapelle.25 III.2.a Stele oder Relief Lit: KRI III, 472, 10-1326 III.2.c Relieffragment Lit.: KRI III, 473, 1-1028 III.2.b Relieffragment Lit.: KRI III, 472, 14-1527 III.2.d Fragment, Türpfeiler oder Relief (= Uppsala Nr. 19) Lit.: KRI III, 473, 11 - 474, 229 III.2.f Türpfeiler Lit.: KRI III, 474, 11-1231 III.2.h Relieffragment (= Uppsala Nr. 6) Lit.: KRI III, 475, 3-533
III.2.e Relief (Kairo JdE 32024) Lit.: KRI III, 474, 3-1030 III.2.g Textfragment Lit.: KRI III, 474, 13 - 475, 232
III.3.a Uschebtis (Fragmente von 3 III.3.b Uschebtis (vermutlich 2) Exemplaren) Lit.: PM V, 75; KRI III, 476, 1-535 Lit.: PM V, 75; KRI III, 475, 6-1634
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30 31 32 33 34
Siehe J. GARSTANG, El Arabah. Egyptian Research Account 1900, BSAE 6, London 1901, 11; 21; 35; 42; pl. 33; W.M.F. PETRIE, Abydos I, 34; PM V, 75. Der Sargdeckel befindet sich heute in Kairo (JdE 35260). Eine verwandtschaftliche Beziehung dieser Priesterin zu Minmose ist nicht zu erkennen. Cf. zu ähnlichem D. RAUE, in: Fs Stadelmann, 349 f. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 38, Nr. 5; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 34, Doc. 32. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 39 f., Nr. 10. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 40 f., Nr. 13; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 39, zu Doc. 29. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 41, Nr. 14; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 32, Doc. 30; P. LUGN, Ausgewählte Denkmäler, 20 f., Nr. 21 a/b, Tf. 15. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 41, Nr. 15; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 31, Doc. 27. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 43, Nr. 33; G. LEGRAIN, in: RecTrav 32, 1910, 34, Doc. 33. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 44, Nr. 47. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 45, Nr. 49; P. LUGN, Ausgewählte Denkmäler, 18, Tf. 13. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 49, f. - Einer dieser Uschebtis aus den Grabungen Amélineaus gelangte 1904 über eine Auktion in Paris nach Brüssel (Musées Royaux d’Art et d’Histoire, Inv. Nr. E.4181; siehe auch D. VAN DER PLAS (Hg.), Egyptian Treasures in Europe II, s.v. „E.4181“). Es sei hier angemerkt, daß dieser aus mehreren Fragmenten bestehende Uschebti vermutlich aus zwei verschiedenen Totenfiguren des Minmose zusammengesetzt wurde; die Brüche, besonders in der Seitenansicht und im Bereich des Rückenpfeilers, passen nicht zueinander. Wahrscheinlich wurde er aus Bruchstücken des zweiten und dritten Exemplars zusammengefügt (cf. É. AMÉLINEAU, NF 1895/96, 49 f.). - Von Interesse ist, daß mittlerweile auch ein gefälschter Uschebti des Hohenpriesters des Onuris, Minmose, aufgetaucht ist, siehe R. KRAUSS, Besucherberatung - ein gefälschtes Ushebti, in: Berliner Museen, Berichte aus den Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, 4. Folge, Bd. 1, 1986, o. S.; zu insgesamt fünf weiteren gefälschten Uschebtis eines Minmose siehe J.-F. AUBERT und L. AUBERT, Statuette Égyptienne. Chaouabtis, Ouchebtis, Paris 1974, 237.
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III.4. zwei Votivgefäßfragmente Herkunft: Abydos, Grab des Djer/Osirisgrab Lit.: KRI III, 476, 14 - 477, 1 und 477, 236 III.5. Votivgefäß, Kairo JdE 32024 Herkunft: Abydos, Grab des Djer/Osirisgrab Lit.: PM V, 80; KRI III, 64, 8-15 und 476, 10-1337 III.6. Votivgefäßfragment, London, Univ.Coll., o.Nr. [UC 39678] Herkunft: Abydos38 Lit.: W.M.F. PETRIE, Objects of Daily Use, BSAE 42, London 1927, 68, pl. LVIII, 118 Anm.: Der noch vorhandene Text des Fragmentes läßt sich anhand der Parallele Kairo JdE 32024 (KRI III, 64, 14 f.; s. III.5.) gut ergänzen:
[jr n Hm-nTr ¥w Mnw]-%mc(w)& cn.f sA.f jmj-rA njwt %TAtj& [n Smaw mHw PA-Ra-Htp] [Gewidmet von dem Gottesdiener des Schu, Min-]%mose& (und) seinem Bruder und (Schwieger)-Sohn, dem Vorsteher der Stadt, %Wesir& [von Ober- und Unterägypten, Parahotep].
III.7. Votivgefäßfragment, Ab K 1189 b Herkunft: Abydos, Bereich nahe dem Grab des Djer/Osirisgrab Lit.: unpubliziert, aus den Grabungen des DAI Anm.: Bei diesem Votivgefäßfragment handelt es sich um eine Bodenscherbe eines großen rundbodigen, scheibengedrehten Opfergefäßes. Erhalten sind zwei Zeilen eingeprägter Hieroglyphen. Die Inschrift läßt sich anhand der Parallelen (III.4. und III.8.) verhältnismäßig gut ergänzen: 1 2 1 jr n %Hm-nTr ¥w Mnw-mc(w)& [sA sAb Hm-nTr ¥w ¡rj] 2 cn.f Hskw Wnn-[nfrw ...]
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Siehe auch J. GARSTANG, El Arabah, 11; 21; 35; 42; pl. 15. - Außer diesen unter III.3.a und b genannten Uschebtis wurde ein weiterer – extrasepulkraler – Uschebti in Abydos entdeckt; s.u. III.10. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1897/98, 129 f., Nr. 2; 279, Nr. 4; G. DARESSY, Notes et Remarques, in: RecTrav 24, 1902, 164 ende. Siehe auch É. AMÉLINEAU, NF 1897/98, 49, 289 f., Pl. 35: 3:7:8; ders., Le Tombeau d'Osiris, Paris 1899, 44-46; G. DARESSY, in: RecTrav 24, 1902, 164 § 99; H. DE MEULENAERE, in: CdE 41, 1966, 228; 232, Doc. u. Laut W.M.F. PETRIE, Objects of Daily Use, 68, vermutlich aus dem Bereich der Königsgräber von Umm el-Qaab.
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1 Gewidmet von dem %Gottesdiener des Schu, Minmose&, [Sohn des Vornehmen, des Gottesdieners des Schu, Hori]39 2 (und) seinem Bruder, dem Heseku-Priester40 Wenen[nefer ...]
III.8. Votivgefäßfragment, Ab K 1189 a Herkunft: Abydos, B 40 Halde Ost, Bereich nahe dem Grab des Djer/Osirisgrab Lit.: unpubliziert; gefunden während der 7. Kampagne des DAI Anm.: Auch bei diesem Votivgefäßfragment handelt es sich um eine Bodenscherbe eines großen rundbodigen und scheibengedrehten Opfergefäßes. Erhalten sind zwei Zeilen eingeprägter Hieroglyphen.
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1 [jr n Hm-nTr] %¥w& Mnw-mc(w) sA sAb Hm-nTr %¥w& [¡rj] 2 [cn.f] Hskw Wnn-nfrw [...] 1 [Gewidmet von dem Gottesdiener des]41 %Schu&, Minmose, Sohn des Vornehmen, des Gottesdieners des %Schu&, [Hori]42 2 [und seinem Bruder]43 dem Heseku-Priester Wenennefer [...]
III.9. Votiv-Stele, Ab K 2280 Herkunft: Abydos, Heqareschu-Hügel Lit.: F. PUMPENMEIER, in: MDAIK 54, 1998, 129, Abb. 20, Tf. 8a III.10. Uschebti, Ab K 2252 Herkunft: Abydos, Heqareschu-Hügel Lit.: F. PUMPENMEIER, in: MDAIK 54, 1998, 126, Tf. 8b44
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Ergänzt nach Dok. III.8., Zeile 1, und dem Votivgefäßfragment KRI III, 477, 1 (s.u. III.4.). Zu diesem Titel siehe Wb III, 164, 1 f. - Es handelt sich bei dem Heseku-Priester Wenennefer um den Hohenpriester des Osiris von Abydos; der Titel erscheint auch auf dessen Doppelstatue Kairo JdE 35257, siehe KRI III, 448, 15. Ergänzt nach Dok. III.7. und dem Votivgefäßfragment KRI III, 477, 1. Ergänzt nach dem Votivgefäßfragment KRI III, 477, 1. Ergänzt nach Dok. III.7., Zeile 2. Auf den für einen Uschebti ungewöhnlichen Text dieser Totenfigur hat F. Pumpenmeier bereits hingewiesen (in: MDAIK 54, 1998, 126, n. 125).
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Desweiteren ist Minmose auf zahlreichen Denkmälern seiner Familie, u.a. auf solchen des Wesirs [Pa]-Rahotep und des Hohenpriesters des Osiris von Abydos, Wenennefer, erwähnt.45 Von besonderem Interesse sind einige Objekte des Minmose, die auffallende änigmatische Rebusschreibungen bzw. Kryptogramme aufweisen. Auf drei dieser Kryptogramme wurde in der Literatur bereits hingewiesen. Es handelt sich um die kuboide Statue Brooklyn 16.20646 (s.o. I.3.), die kuboide Statue Kairo CG 120347 (s.o. I.1.), sowie um den heute in Brüssel befindlichen Uschebti E.418148 (s.o. III.3.a). Zwei weitere Kryptogramme befinden sich auf der Votiv-Stele Ab K 2280 aus den Grabungen des DAI in Abydos (s.o. III.9.).
Kryptogramm Brooklyn 16.206 Auf beiden Schultern der kuboiden Statue befindet sich die gleiche Szene. Eine Osiris-Figur steht einer Figur des ithyphallischen Min gegenüber. Beide stehen wiederum auf der Darstellung eines Armes, der in der Hand ein trägt. Zwischen den Götterfiguren stehen die Hieroglyphenzeichen . B. Bryan las dieses Kryptogramm: A) Osiris, der Min gegenübersteht: „Osiris“; B) Hm-nTr ¥w als direkte Schreibung eines der häufigsten Titel Minmoses, „Gottesdiener des Schu“49; C) die Figur des Min als ersten Namensbestandteil des Minmose; D) den Arm (über Akrophonie) als „m“;
Abb. nach B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 10, Fig. 3b.
E)
das , sA (über Akrophonie) als „s“ und gelangte so auf die Lesung: Wcjr Hm-nTr ¥w Mnw-m-s.
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Siehe z.B. die kuboide Statue Bellagio, Villa Melzi (KRI III, 65, 2-5; KRI VII, 109, 14 – 110, 7); das Statuenfragment London BM 712 (KRI III, 65, 6-14); die Stele Kairo JdE 34505 (KRI III, 453, 6 - 454, 6); die Statue Paris, Louvre A 66 (KRI III, 452, 4 - 453, 5). Zum Kryptogramm siehe B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 20 (auf dieser Statue befindet sich zweimal das gleiche Kryptogramm). Zum Kryptogramm siehe B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 20, n. 1; J.J. CLÈRE, Les chauves d’Hathor, 74, n. 6. Zum Kryptogramm siehe J.J. CLÈRE, Les chauves d’Hathor, 75, fig. 27. Entgegen der in der Literatur zu Minmose häufig postulierten Lesung , „Gottesdiener der Maat“ (siehe z.B. KRI III-Transl., 335, §212, 3.), ist die Feder „Schu“ zu lesen. Dies ergibt sich aus der engen Verbindung des Onuris mit Schu und aus der gesicherten Lesung (siehe auch KRI III, 475 B; B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 14, n. 4). auf dem Uschebti E.4181 in Brüssel
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Kryptogramm Kairo CG 1203 Auf dem linken Oberschenkel der kuboiden Statue befindet sich eine sehr ähnliche Darstellung wie auf der Statue aus Brooklyn. Ein ithyphallischer Min steht vor der -Hieroglyphe. Ob darunter noch eine Arm-Hieroglyphe gestanden hat oder ein anderes Zeichen über das man auf die ansonsten fehlende Lesung „m“ gelangt, ist weder aus der Zeichnung bei B. Hornemann50 noch aus dem Photo bei J.J. Clère51 ersichtlich. Auch hier ist zweifellos Mnw-(m)-s zu lesen. Leider ist der Kopf dieser Statue und der Hals bis zu den Schultern verloren. Eine interessante Inschrift auf der Statue52 kann evtl. darauf hinweisen, daß einst gerade dort u.U. weitere Kryptogramme angebracht waren.
?
Abb. nach J.J. CLÈRE, Les chauves d’Hathor, 75, Fig. 26.
(sic)
mk [.] nb.j xtj Hr DADA.j mk cw r xx.j m wDAw „Siehe, der [Name/das Bild o. ä.]53 meines Herrn ist eingraviert auf meinem Kopf; siehe, er/es ist auf meinem Hals als Amulett“.
Kryptogramm Brüssel E.4181 Unterhalb des Kinns, auf der Brust bis über die Arme der Totenfigur sind eine hockende Osiris-Figur, ein ithyphallischer Min und hinter diesem ein weiteres Zeichen angebracht. Anders als bei den Statuen Brooklyn 16.206 und Kairo 1203 handelt es sich nicht um ein , sondern, wie die Votiv-Stele Ab K 2280 als Parallele deut-
lich zeigt (s.u.), um ein . Um zur Lesung Mnw-mcw zu gelangen, kann unterhalb der MinFigur ein Zeichen mit der Lautwertlesung „m“ gestanden haben,
Abb. nach J.J. CLÈRE, Les Akropohonie) den Lautwert „s“ bzw. „c“. chauves d’Hathor, 75, Fig. 27.
dann wäre
sA oder cwHt zu lesen und man gewänne so (über
50 51 52 53
Siehe B. HORNEMANN, Types III, pl. 649. Siehe J.J. CLÈRE, Les chauves d’Hathor, 79, pl. II a. KRI III, 471, 2-3. Evtl. ist rn, tjt, oder ähnlich zu ergänzen, siehe auch KRI III, 471, 2a.
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Oder es muß eine bislang sehr seltene, allerdings nicht singuläre und auch durchaus naheliegende Lesung für als mc(w) angenommen werden.54
Kryptogramm Ab K 2280 Sicherlich eines der interessantesten und änigmatischsten Objekte des Minmose ist die VotivStele Ab K 2280. Sie ist auf beiden Ansichtsseiten dekoriert. Oben und an einer Schmalseite befindet sich die fortlaufende Inschrift:
Mnw-mc(w) rwD rn.k m-Xnw RA-cTAw dj.tw n.k t mw TAw n Ha Smc(w)-¡r55 „Minmose, dein Name möge dauerhaft sein inmitten von Rosetau (der Nekropole), man möge dir Brot, Wasser und Atemluft geben vom Horusgeleit daselbst.“
Bis auf zwei Ausbrüche, ein kleinerer etwa in der Mitte, ein etwas größerer im unteren Bereich einer Ansichtsseite, ist die Stele trotz ihrer außergewöhnlichen Außenkontur vollständig erhalten. Auf einer Seite (i.f. Seite A) befindet sich im oberen Bereich eine hockende OsirisFigur. Vor einer großen ithyphallischen Figur des Min befinden sich die Schriftzeichen . Hinter der Min-Figur ist auf derselben Grundlinie stehend, ein Mann zu sehen, der auf seinem ausgestreckten, abgewinkelten Arm ein langgestrecktes
54
-Zeichen56 trägt; sein rechter Arm
Im Grab des Djehutimes (TT 32) - ebenfalls aus der Zeit Ramses II. - findet sich neben den herkömmlichen Schreibungen seines Namens auch eine sehr ungewöhnliche Schreibung mit dem Ei als zweiten Namensbestandteil: ; siehe dazu L. KÁKOSY, A strange form of the name Djehutimes, in:
als mcw findet sich in römischer Zeit auf BSEG 13, 1989, 69-71. Ein weiterer Beleg für eine Lesung dem Relief GL 85 in der Staatlichen Sammlung ägyptischer Kunst, München. Die Schreibung des Epithetons der Nut wurde zunächst mwt nTrw, „Mutter der Götter“ gelesen (siehe I. LINDBLAD, Zwei Reliefblöcke aus einem ägyptischen Tempel römischer Zeit, in: SAK 4, 1976, 206, n. 12). Angesichts der Vielzahl an Belegen des Epithetons Nwt mcjt nTrw, „Nut, die die Götter geboren hat“, zog vor (siehe S. BEDIER, Die Rolle des Gottes Geb in den ägyptischen S. Bedier die Lesung mcj für Tempelinschriften der griechisch-römischen Zeit, HÄB 41, 1995, 29 f., n. 4). - Zur selten belegten Lesung mwt für siehe F.-R. HERBIN, Une nouvelle page du livre des respirations, in: BIFAO 84, 1984, 256, n. 5; M. ALLIOT, Le culte d’Horus à Edfou au temps des ptolémées, Bd. I, BdE 20, 1949, 321, n. 3; D. KURTH, Die Inschriften des Tempels von Edfu, Band 2, Edfou VII, im Druck, Anm. zu Edfou VII, 152, 2. Zu dieser Inschrift cf. auch die Statuette des Minmose aus Brighton (s.o. I.2.; KRI, III, 471, 14) und seine Opfertafel aus Mescheich (s.o. II.1.; KRI III, 472, 6). Siehe auch F. PUMPENMEIER, in: MDAIK 54, 1998, 129. Zur Form des Zeichens cf. z.B. P.J. BRAND, The Monuments of Seti I. Epigraphic, Historical & Art Historical Analysis, PÄ 16, 2000, pl. 23 und 48 (jeweils Rückenschutzformel).
55
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ist in Anbetung bis auf die Höhe seines Kopfes erhoben. Es handelt sich um eine enge Parallele zum Kryptogramm auf der Statue Brooklyn 16.206. A) B) C) Die Osiris-Figur ist „Wcjr“ zu lesen. Hm-nTr ¥w ist die direkte Schreibung des Titels „Gottesdiener des Schu“. Die große ithyphallische Figur des Min ist der erste Namensbestandteil von „Minmose“. Um auf den zweiten Namensbestandteil zu kommen, gibt es mindestens zwei Alternativen: a) der Mann mit einem ausgestreckten und einem erhobenen Arm ließe sich „jmj“ lesen, woraus man das „m“ gewinnen kann. Das -Zeichen auf der ausgestreckten Hand liefert (über Akrophonie) das „s“ oder b) der abgewinkelte, ausgestreckte Arm alleine liest sich „m“, das liefert das „s“ und der stehende, mit einem in Anbetung erhobenem Arm dargestellte Mann könnte noch als „w“ gelesen werden57. In beiden Fällen ist eine Lesung „mc(w)“ möglich.
D)
Als Kryptogramm läßt sich die ganze Ansichtsseite A als Wcjr Hm-nTr ¥w Mnwmc(w) lesen.
Seite A
Die zweite Ansichtsseite (i.f. Seite B) bietet nun einige Überraschungen. Eine Osiris-Figur steht einer ithyphallischen Figur des Min gegenüber. Beide stehen auf einem Podest. Im Rücken des Osiris befinden sich die Hieroglyphen Im Rücken des Min befindet sich das Zeichen . .
57
Cf. É. DRIOTON, Recueil de cryptographie monumentale, in: ASAE 40, 1940, 345 f., Nr. 43.
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A)
B)
Analog zu den bereits aufgeführten Kryptogrammen steht die OsirisFigur für „Wcjr“. Nun muß der Titel des Minmose folgen. Das Zeichen , HAm, dient der
Lesung „Hm“.58 Das kann nur, auch wenn u.W. bislang nicht hierfür belegt, „nTr“ gelesen werden, was allerdings bei , Ra, als Sonnengott, durchaus naheliegt.59 Insgesamt ergibt sich also damit aus der Titel Hm-nTr ¥w. Die Figur des ithyphallischen Min ergibt wieder den ersten Namensbestandteil des „Minmose“. Um auf die Lesung des zweiten Namensbestandteiles zu kommen, sind auch hier mehrere Alternativen möglich: a) analog zum Kryptogramm auf dem Uschebti E.4181 aus Brüssel kann eine bislang nur sehr selten belegte Lesung für „mc(w)“ ange60 nommen werden ; oder b) das Zeichen , sA oder cwHt liefert lediglich (über Akrophonie) den Lautwert „s“ bzw. „c“; das fehlende „m“ könnte im Podest, auf dem Osiris und Min dargestellt sind, liegen ( , m).
C)
D)
Seite B
Als Gesamtlesung des Kryptogramms ergibt sich wiederum Wcjr Hm-nTr ¥w Mnw-mc(w). Neben den kryptographischen Schriftspielereien des Minmose61 ist ein weiteres Detail von Interesse. Abgesehen von der Opfertafel aus Mescheich (s.o. II.1.) und den Objekten unbe58
59
60 61
Cf. F. DAUMAS et. al., Valeurs phonétiques des signes hiéroglyphique d’époque Gréco-Romaine, Bd. 2, Montpellier 1988, 325, Nr. 653; É. DRIOTON, Essai sur la cryptographie privée de la fin de la XVIIIe dynastie, in: RdE 1, 1933, 27 (D 83) und 43, Nr. 93. Zum umgekehrten Fall, der Schreibung nTr mit implizierter Bedeutung „Sonnengott“, cf. E. HORNUNG, Der Eine und die Vielen, Darmstadt 1971, 44 f. Siehe oben Anm. 54. Anzumerken ist, daß auch der Wesir [Pa]-Rahotep, ein Verwandter des Minmose, selbst Schriftspielereien für seinen Namen benutzte, siehe H. ALTENMÜLLER, in: JEA 61, 1975, 158, n. 31 und H. BRUNNER, in: JEA 54, 1968, 132, n. 6.
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kannter Provenienz (s.o. I.1.-3.) stammen alle bekannten Hinterlassenschaften aus Abydos. Der Osiriskult in Abydos wurde besonders unter Ramses II., der Zeit, in der auch Minmose lebte und wirkte, gefördert und reaktiviert.62 Ohne Zweifel war Minmose in die Feierlichkeiten dieses Osiriskultes involviert. Er war mit Wenennefer, dem Hohenpriester des Osiris von Abydos, verwandt und einige Inschriften lassen vermuten, daß Minmose aktiv an den Kulthandlungen während der Prozession des Osiris teilgenommen hat,63 so trägt er u.a. den Titel eines jmj-rA Hmw-nTr n nTrw nbw AbDw, „Vorsteher der Gottesdiener aller Götter von Abydos“64 und nicht zuletzt ist sein auf der Statue Brooklyn 16.206 (s.o. I.3.) befindlicher Titel eines , rA-Hrj m Xnt Wcjr, „Oberhaupt bei der (Prozessions)-Fahrt des Osiris“, wohl auf die Festprozession des Osiris nach Umm el-Qaab und zum Osirisgrab zu beziehen.65 Die Fundorte der Hinterlassenschaften des Minmose scheinen evtl. auf die zentralen Stationen dieser Prozession hinzuweisen bzw. auf zentrale sakrale Stätten des lokalen Osiriskultes. Fragmente einer Statue (s.o. III.1.) wurden im Bereich des Osiris-Tempels entdeckt. Er ist auf der bekannten Stele aus dem 42. Jahr Ramses II. erwähnt, die von Wenennefer im Bereich des „petit temple de l’ouest“ aufgestellt worden war.66 Im Bereich des Mittel- oder G-Friedhofes, am südwestlichen Rand des Wadis, das nach Umm el-Qaab führt, kamen Reliefs einer gemeinsamen Kapelle mit Wenennefer zutage (s.o. III.2.). Eine Votiv-Stele (s.o. III.9.) und ein extrasepulkraler Uschebti (s.o. III.10.) wurden beim sog. Heqareschu-Hügel aufgefunden. Mehrere Fragmente verschiedener Votivgefäße schließlich stammen aus dem Bereich des Grabes des Djer, des dritten Königs der 1. Dynastie, dessen Begräbnisstätte - später mit dem Osirisgrab identifiziert - einen zentralen Stellenwert besaß. Es ist zu vermuten, daß die Prozession des Osiris67 genau an diesen genannten Orten vorbeiführte, vom Osiris-Tempel durch das Wadi, zunächst in Richtung auf den „petit temple de l’ouest“, dann in Richtung auf den Heqareschu-Hügel und zum Osirisgrab nach Umm elQaab.
62 63
64 65 66
67
Cf. z.B. KRI II, 323, 1 ff. Siehe besonders KRI III, 471, 14 f. (s.o. I.2.); KRI III, 474, 7-10 (III.2.e); Votiv-Stele Ab K 2280 (s.o. III.9.). So auf der Statue Kairo CG 1203 (s.o. I.1.), siehe KRI III, 470, 8 f. Siehe auch B. BRYAN, in: CdE 61, 1986, 15. Stele Kairo CG 34505; A. MARIETTE, Abydos. Description des fouilles II, Paris 1880, pl. 41; KRI III, 453, 6 ff., bes. 454, 5 f. - Zum „petit temple de l’ouest“ siehe A. MARIETTE, Abydos I, 4 f.; ders. Abydos II, 36 f. und PM V, 70 f. Es ist dabei einerseits von Bedeutung, daß nach Mariette dieser Tempel vermutlich in die 19. Dynastie zu datieren ist (und sicher bis in die 30. Dynastie genutzt wurde), andererseits die Hauptgötter dieses Tempels vermutlich Osiris und Onuris waren, siehe A. MARIETTE, Abydos II, 37, Nr. 220 f.; cf. auch den aus diesem Bereich stammenden Naos Kairo CG 70018 aus der 30. Dynastie, der neben Thot - ebenfalls Onuris und Osiris zeigt, siehe G. ROEDER, Naos. Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes du Musée du Caire, Leipzig 1914, 53 ff., §§ 264 ff. - Da Minmose auch den Titel eines jmj-rA kAt m mnw n ncwt führt (Statue Brooklyn 16.206; s.o. I.3.; B. BRYAN, in CdE 61, 1986, 19), stellt sich die Frage, ob er evtl. auch bei dem Bau des Tempels Ramses II., des „petit temple de l’ouest“ oder an Restaurierungsarbeiten in Umm el-Qaab beteiligt war. Zum Prozessionsweg cf. auch W.K. SIMPSON, The Terrace of the Great God at Abydos: The Offering Chapels of Dynasty 12 and 13, New Haven/Philadelphia 1974, 9 f.; A. LEAHY, A Protective Measure at Abydos in the thirteenth Dynasty, in: JEA 75, 1989, 54.
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Umm el-Qaab Grab des Djer / Osirisgrab
HeqareschuHügel
G 100
Tempel Sethos I.
„petit temple de l’ouest“
Tempel Ramses II. Shunet ez-Zebib
U E 20 03
Osiris-Tempel